Arthrose und Gelenkschmerzen

Die häufigste aller Ursachen für Schmerzen und Unbeweglichkeit in den Gelenken ist Arthrose. Die Arthrose ist eine degenerative Erkrankung, die den gesamten Bewegungsapparat befallen kann. Am Häufigsten kommt sie in den Knien, Schultern, Hüften und Sprunggelenken vor, kann aber auch alle anderen Gelenke sowie die Wirbelsäule befallen. Arthrose ist äußerst schmerzhaft und kann die Beweglichkeit der Betroffenen stark einschränken.

Arthrosen können auch an mehreren Gelenken auftreten. Etwa fünf Millionen Menschen sind in Deutschland von Arthrosen geplagt, rund die Hälfte davon klagt über tägliche Gelenkschmerzen.



Definition von Arthrose

Medizinisch spricht man von einer Arthrose dann, wenn sich die schützende Knorpelschicht um ein Gelenk aufgelöst hat und bereits Knochenveränderungen entstanden sind. Die Knorpelschicht löst sich entweder an einer bestimmten Stelle oder in schweren Fällen auch großflächig an einem größeren Teil des Gelenks auf.

Der Aufbau der Gelenke

Unter einem Gelenk versteht man eine bewegliche Verbindung zwischen zwei Knochen. Ein Gelenk besteht aus verschiedenen Strukturen. Um die weiteren Erläuterungen besser zu veranschaulichen, hier ein kurzer Überblick über die verschiedenen Gewebestrukturen. Die Aufgabe der verschiedenen Teile des Gelenks ist es, gleichzeitig Beweglichkeit und Stabilität zu ermöglichen. Von außen nach innen ist ein Gelenk so aufgebaut:

  • Gelenkkapsel: Dies ist die äußerste Schicht des Gelenks, die die inneren Strukturen beherbergt. Die besteht aus Bindegewebe und ist im Gelenkansatz mit der Knochenhaut verbunden. Die Gelenkkapsel ist mit Gelenkflüssigkeit oder Synovia gefüllt. Die Synovia wird auf der Innenseite der Gelenkkapsel in den Synovialzellen gebildet. Die Aufgabe der Synovia ist es, das Gelenk bei Bewegung zu schmieren und Reibung zwischen den einzelnen Strukturen zu verhindern. Kommt es zu Abrieb, wird dieser von der Synovialflüssigkeit abtransportiert, um weitere Gelenkschäden zu verhindern. Bei fortgeschrittenen Arthrosen ist dieser Abtransport gestört und der Abrieb lagert im Gelenk ab. Eine weitere Funktion der Gelenkflüssigkeit ist die Stoßdämpfung von Aufprallkräften auf das Gelenk, beispielsweise beim Laufen und Springen. Eine weitere Aufgabe der Gelenkflüssigkeit ist es, den Knorpel mit Nährstoffen zu versorgen, da dieser nicht an den Blutkreislauf angeschlossen ist. Damit die Gelenkflüssigkeit die Nährstoffe aus den Gefäßen auf der Innenseite der Gelenkkapsel zum Knorpel transportieren kann, muss sie in Bewegung versetzt werden. Dies geschieht bei der Bewegung des Gelenks. Damit erklärt sich, dass regelmäßige Bewegung für die Gesunderhaltung der Gelenke von großer Bedeutung ist.
  • Bänder: Die Bänder sind stabile, faserartige Stränge, die entweder band- oder schnurförmig sein können. Die Bänder verhindern eine zu weite Dehnung oder Drehung eines Gelenks, sind aber bis zu einem gewissen Grad elastisch, um bei Bewegungen mitgehen und sie ausgleichen zu können.
  • Gelenkhöhle: Innerhalb der Gelenkkapsel befindet sich die mit Synovialflüssigkeit gefüllte Gelenkhöhle. Innerhalb der Gelenkhöhle liegt das eigentliche Gelenk, das aus den Knorpelflächen der Gelenkknochen besteht. Der Zwischenraum zwischen den Knorpelflächen wird als Gelenkspalt bezeichnet.
  • Gelenkknorpel: Der Gelenkknorpel sitzt an den Gelenkflächen der Gelenke. Das elastische Gewebe hat eine stoßdämpfende und polsternde Funktion, welche die darunterliegenden Knochen vor Schäden schützt. Die Dicke des Gelenkknorpels beträgt etwa 0,5 mm an den Fingergelenken bis zu etwa 5 mm an den großen Gelenken wie dem Knie.
  • Gelenkknochen: Dies sind die knöchernen Gelenkbestandteile, die die Enden der beiden zusammentreffenden Knochen bilden, die im Gelenk beweglich miteinander verbunden sind. Die Knochen sind an den aufeinandertreffenden Flächen von einer schützenden Knorpelschicht überzogen und durch den Gelenkspalt voneinander getrennt. Je nach Gelenkform sind die Knochen in eine oder mehrere Richtungen gegeneinander beweglich. Man spricht von Kugel- Dreh- Sattel- oder Scharniergelenken, wobei es auch Besonderheiten gibt wie das Knie, ein Kondylengelenk, das im gestreckten Zustand nicht seitlich beweglich ist, im gebeugten Zustand dagegen auch nach innen oder außen rotiert werden kann.

Symptome von Arthrose

Arthrose verursacht vor allem Schmerzen in den Gelenken, die je nach Stadium leichter oder auch schwerer sein können. Häufig tritt bei einer Arthrose ist auch eine mit der Zeit stattfindende optische Veränderung des Gelenks auf. Das Gelenk kann sich verdicken und verformen und häufig ist es den Betroffenen nicht mehr möglich, das Gelenk ganz zu strecken, so dass es immer ein wenig gekrümmt wirkt. Dies bedingt eine Unbeweglichkeit des betroffenen Gelenks.

Arthrosesymptome nehmen mit der Zeit und mit zunehmender Veränderung des Knochens zu. Anfangs äußern sie sich oft durch leichte Steifigkeit und ein gelegentlich auftretendes Schmerzgefühl. Vor allem nach längerem Sitzen und nach dem Aufstehen treten die Beschwerden auf. Meistens „läuft das Gelenk sich ein“ und nach ein paar Minuten Bewegung bessern sich sowohl Schmerzen als auch Beweglichkeit. Wenn die Arthrose fortschreitet, kommt es zu einer immer größeren Veränderung des Knochens und größerer Unbeweglichkeit und vermehrt auftretenden Schmerzen, zuletzt auch im Ruhezustand.

Ursachen für Arthrose

Die Ursachen von Arthrose können entweder traumabedingt sein, etwa eine Gelenkverletzung durch einen Unfall oder Überlastung wie beispielsweise einseitiger Sport, meistens ist es jedoch ein schleichender Prozess, der sich über Monate oder auch Jahre mit wiederkehrenden Gelenksentzündungen hinzieht, bis sich schließlich der Knorpel abbaut und die Arthrose entsteht. Ursachen können Fehlstellungen der Gelenke oder auch Fehlhaltungen sein. Zahlenmäßig überwiegt die langfristige Entstehung Etwa die Hälfte aller Arthroseerkrankungen geht vermutlich auf eine langjährige Fehlbeanspruchung zurück und nur etwa 30 Prozent der Arthrosen entstehen in Folge eines Unfalls, sei es im Haushalt, beim Sport oder im Straßenverkehr. Seltener, bei etwa 20 Prozent der Betroffenen, ist eine angeborene Gelenkschwäche oder Fehlstellung die Ursache für die Entstehung einer Arthrose.

Am häufigsten entwickeln sich Arthrosen daher bei älteren Menschen und besonders häufig bei Frauen. Über die Hälfte aller Frauen ab 60 Jahren sind von Arthrosen betroffen, bei gleichaltrigen Männern sind es etwa 30 Prozent. Vor allem Knie- und Fingergelenksarthrosen kommen bei Frauen deutlich häufiger vor als bei Männern.

Fehlstellungen als Ursache von Arthrose

Vor allem an Knie- und Hüftgelenk kann sich durch falsche Ausrichtung der Beine, zum Beispiel X- oder O-Beine, Arthrose entwickeln. Bei O-Beinen kommt es zu vermehrtem Druck in der äußeren Hälfte des Knies, bei X-Beinen umgekehrt in der inneren Kniehälfte. Durch diesen vermehrten Druck nutzt sich der Knorpel an den betroffenen Stellen verstärkt ab und kann sich abbauen. Dadurch kann eine Arthrose entstehen. 

Solche Fehlstellungen treten bei vielen Jugendlichen auf und sind in diesem Alter meistens unbedenklich. Wenn sich die Ausrichtung der Beine im Erwachsenenalter noch nicht ausgeglichen hat, können X- oder O-Beine operativ korrigiert werden, um zukünftigen Problemen vorzubeugen.

Krankheitsverlauf bei Arthrose

Von einer Arthrose spricht man dann, wenn die Erkrankung bereits das Knochengewebe befallen hat und der Knochen auf dem Röntgenbild Veränderungen aufweist. Dem geht zunächst eine Veränderung des Gelenkknorpels voraus, meistens beginnt diese oberflächlich und verursacht zunächst kaum Beschwerden. Setzt sich die Knorpelveränderung bis in tiefere Knorpelschichten fort, drücken diese Stellen auf den Knochen, woraufhin dieser sich unter dem Druck verdichtet. Erst jetzt, wenn es zu sichtbaren Veränderungen des Knochens kommt, liegt eine Arthrose vor.

 

Arthrose-Stadien

 

Knorpelveränderungen

Jede Arthrose beginnt zunächst mit einer Veränderung des Gelenkknorpels, die sich nach und nach durch Druck und Abbau des Knorpels auf den darunterliegenden Knochen ausweitet.

 

Wie kommt es zu einer Knorpelveränderung?

Die häufigsten Ursachen für Veränderungen des Knorpels sind Traumata, Unfälle und Fehlbelastungen. Auch eine länger andauernde schlechte Nährstoffversorgung des Knorpels kann zu Knorpelschäden führen. Bewegungsmangel, zu große Belastung wie beispielsweise durch Übergewicht oder Verletzungen sind im Allgemeinen die Hauptgründe für Knorpelverletzungen.

 

Wie kann man Knorpelverletzungen vorbeugen?

 Regelmäßige Bewegung, nährstoffreiche Ernährung und ein gesundes Körpergewicht sind die besten Maßnahmen, um Schäden an den Gelenkknorpeln vorzubeugen. Auch gutes Schuhwerk, das Fehlstellungen verhindert, schützt die Gelenke vor falschen Belastungen.

 

Was passiert bei Knorpelveränderungen?

Durch die ungleiche oder zu starke Belastung, oft in Verbindung mit einem Nährstoffmangel, kommt es zu einer punktuellen oder einseitigen Abnutzung des Knorpels. Infolgedessen ist die Oberfläche des Knorpels an den betreffenden Stellen nicht mehr glatt und elastisch, sondern wird rau und verhärtet sich stellenweise. Es kann zu Absplitterungen des Knorpels kommen. Daraufhin kann sich die Knorpelhaut entzünden, was zu schmerzhaften Bewegungseinschränkungen führen kann. Dies wiederum bedingt eine Abnahme der Menge an Gelenkflüssigkeit. Diese Abnahme der Gelenkflüssigkeit wiederum führt zu einer stärkeren Abnutzung des Knorpels und schließlich des Knochens.

 

Frühstadium der Arthrose

Um eine Arthrose im Frühstadium zu diagnostizieren, müssen auf dem Röntgenbild bereits sichtbare Veränderungen an der Knochenschicht unterhalb des Knorpels vorhanden sein. Diese treten zunächst als Verdichtungen in Erscheinung. Diese Verdichtungen können auf dem Röntgenbild direkt unterhalb von geschädigten Knorpelstellen festgestellt werden. Dabei handelt es sich in den meisten Fällen zunächst um kleine Knorpelstellen die Beschädigungen aufweisen. Die Schmerzen in diesem Stadium rühren meistens von den rauen oder ausgefransten Knorpelflächen, die die Innenhaut der Gelenkkapsel reizen. Dies ruft Schwellungen und Entzündungen hervor. Schreitet die Beschädigung des Knorpels fort, verkleinert sich der Gelenkspalt. Da gleichzeitig die Synovialflüssigkeit abnimmt, kommt es zu verstärkter Abnutzung des Knorpels. Entzündungen und Schmerzen treten jetzt immer häufiger auf und die Beweglichkeit des Gelenks wird immer stärker eingeschränkt. Der so entstehende Bewegungsmangel führt zu weiteren Knorpelschädigungen durch Unterversorgung und falsche Belastung. Der Knorpel baut sich dadurch immer weiter ab. Diese Entwicklung vom Frühstadium bis zum späteren Stadium der Arthrose vollzieht sich über einen größeren Zeitraum.

 

Spätstadium der Arthrose

Im Spätstadium einer Arthrose ist der Gelenkknorpel stark abgebaut und die Flächen der Gelenkknochen liegen nahezu frei. Die Knorpel können daher ihre stoßdämpfende Funktion nicht mehr ausüben, was zu einer verstärkten Belastung der freiliegenden Knochenflächen führt. Der Gelenkspalt verkleinert sich immer mehr und verschwindet schließlich ganz. Die Ränder der Gelenkknochen sind nicht mehr glatt, sondern aufgerieben und rau. Es kommt zur Bildung von knöchernen Ausziehungen, den sogenannten Osteophyten. Das Gelenk vergrößert sich dadurch auch optisch. Zudem verursachen die Osteophyten weitere Reibung und damit Schmerzen.

 

Diagnostik bei Arthrose

Die Diagnose einer Arthrose erfolgt im Allgemeinen durch ein Röntgenbild. Die meisten Patienten suchen den Arzt aufgrund von Schmerzen oder Beschwerden in den Gelenken auf.

Folgende Veränderungen auf dem Röntgenbild legen die Diagnose Arthrose nahe:

  • Verkleinerter Gelenkspalt
  • Verdichtung der Knochen
  • Ungleichmäßige Gelenkflächen
  • Vorhandensein von Osteophyten oder Knochenausläufern
  • Deformierungen des Gelenks

Auch andere bildgebende Verfahren wie Szintigraphie oder Ultraschall werden für die Diagnose von Arthrosen herangezogen. Mit diesen Methoden lassen sich Entzündungen im Gelenk besser feststellen. Um Knorpelverletzungen zu diagnostizieren, eignet sich am besten eine MRT.

Diagnostik bei Arthrose

Behandlung von Arthrose

Arthrose ist eine der am weitesten verbreiteten Gelenkerkrankungen und viele Menschen suchen Hilfe bei Arthrose. Es gibt mehrere Ansätze und Behandlungsmöglichkeiten, um die Beschwerden der Betroffenen zu lindern. Bei der Behandlung von Arthrose geht es in erster Linie um Schmerzlinderung, aber auch darum, ein weiteres Fortschreiten der Krankheit zu verhindern oder zu verlangsamen. Es gibt derzeit keine Medikamente oder Arthrose Therapien, die Arthrose heilen, daher ist eine Linderung der Symptome und Verlangsamung des Fortschreitens derzeit der einzige gangbare Weg. Am Ende der Behandlungsmöglichkeiten steht das Einsetzen eines künstlichen Gelenks.

Ärztliche Behandlung von Arthrose

Medikamentöse Behandlung: 

Es gibt derzeit keine spezifische medikamentöse Behandlung gegen Arthrose. Als medikamentöse Behandlung werden schmerzlindernde Arzneien und Entzündungshemmer eingesetzt. Da diese über einen längeren Zeitraum eingenommen werden müssen, ist die ärztliche Kontrolle besonders wichtig, um Nebenwirkungen rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln oder gegebenenfalls das Medikament zu wechseln. Der Einsatz von Medikamenten kann die Schmerzen im Gelenk soweit reduzieren, dass die Bewegungseinschränkung verringert werden kann. Dies wiederum ist wichtig, damit genügend Synovialflüssigkeit im Gelenk zirkulieren kann, welche das Gelenk nicht nur schmiert, sondern auch Knorpel und Knochen mit wichtigen Nährstoffen versorgt. Damit kann dem weiteren Fortschreiten der Arthrose entgegengewirkt werden.

Orthopädische Hilfen: 

Diese Hilfsmittel verringern die Belastung des betroffenen Gelenks, indem sie Fehlhaltungen reduzieren oder einen Teil der Belastung übernehmen. Zu solchen Hilfen gehören Gehstöcke, Unterarmstützen sowie verschiedene orthopädische Schuhsohlen und Schuheinlagen.

Operation: 

Wenn sich trotz der oben genannten Maßnahmen keine Besserung der Arthrose einstellt, bleibt in vielen Fällen nur die Operation und der Einsatz eines künstlichen Gelenks. Besonders häufig werden solche Operationen bei Knie- und Hüftarthrosen durchgeführt. Das Einsetzen eines künstlichen Gelenks ist heute ein Routineeingriff, der jedes Jahr bei zahlreichen Patienten durchgeführt wird. Am Häufigsten werden Hüftgelenke verpflanzt, in Deutschland etwa 230.000 pro Jahr, gefolgt von Kniegelenken mit 180.000 pro Jahr und Schultergelenken mit 24.000 pro Jahr. Bereits bei mehr als 4 Mio. Menschen in Deutschland wurden künstliche Gelenke eingesetzt. 

Nicht immer muss das Gelenk jedoch gegen ein künstliches ausgetauscht werden. Je nach Stadium und Lage der Arthrose kann der behandelnde Chirurg auch entscheiden, eine gelenkerhaltende Operation durchzuführen. Dazu gehört beispielsweise eine Knorpelverpflanzung. Der Knorpel verpflanzte Knorpel stammt vom eigenen Körper und meistens aus dem betroffenen Gelenk selbst. Mittels Arthroskopie wird ein kleines Stück Knorpel vom Randbereich des Gelenks entnommen. Die Randbereiche des Knorpels sind weniger belastet und überstehen den Eingriff ohne Schaden. Aus diesen kleinen Knorpelstücken wird im Labor innerhalb von etwa 4 bis 6 Wochen der Knorpel gezüchtet, der schließlich in das Gelenk verpflanzt wird. Die Knorpeltransplantation wird bei Arthrose am Knie, im Sprunggelenk oder an der Hüfte durchgeführt.

Eine weitere operative Behandlungsmethode bei Arthrose ist die operative Korrektur von Stellungsfehlern. Diese kommt vor allem bei Arthrose im Kniegelenk zum Einsatz, deren Ursachen oft Fehlstellungen der Beine wie X-Beine oder O-Beine sind. 

Arthroserisiko durch Verletzungen

Gelenke gehören zu den Körperteilen mit dem kompliziertesten Aufbau. Nach einer Verletzung benötigen diese Strukturen daher besonders lange Zeit, um sich zu regenerieren. Während Muskel- und Sehnenverletzungen in einigen Wochen abheilen, dauert es bis zu 3 Monaten und mehr, bis ein Gelenk nach einer Verletzung vollständig wiederhergestellt ist. Diese Zeit benötigt der Körper, um das geschädigte Gewebe, das am Aufbau des Gelenks beteiligt ist, zu regenerieren. Dazu gehören nicht nur die Knochen, sondern auch Knorpel, Bänder und die Kapsel. 

In dieser dreimonatigen Heilungsphase ist ein Gelenk nur sehr eingeschränkt belastbar. Eine zu früh einsetzende Belastung des Gelenks bedeutet eine Überbeanspruchung der noch geschwächten Strukturen – hier lauert die Gefahr der Entstehung einer Arthrose. 

Schmerzen oder das Fehlen derselben sind kein Indikator für den Zeitpunkt, zu dem ein Gelenk wieder voll belastet werden kann. Auch wenn keine Schmerzen vorhanden sind, ist ein Gelenk vor Ablauf der dreimonatigen Heilungsphase noch nicht wieder voll hergestellt. Hinzu kommt, dass ein Gelenk nach einer Schonphase einige Gewöhnungszeit benötigt, in der die Belastung langsam und schrittweise gesteigert wird. Das Gelenk sofort wieder voll zu belasten, bedeutet ebenfalls eine Überbeanspruchung und kann Arthrose begünstigen.

Besonders gefährdend für Arthrose sind Gelenkverletzungen, bei denen eine Knorpelschädigung besteht. Auch sehr kleine Schäden am Knorpel können zu schwerwiegenden Folgeschäden führen und müssen daher ernstgenommen werden. Bei Gelenkverletzungen gilt also immer: Schutz durch Bandagen oder Orthesen und Entlastung. Als Faustregel sollten verletzte Gelenke um ein Drittel weniger belastet werden als gesunde Gelenke – und das so lange, bis die Verletzung ausgeheilt ist. Danach ist die Belastung langsam und schrittweise zu steigern.

Wichtig: Auch leichte Gelenkverletzungen oder Schmerzen müssen gründlich abheilen, um eine spätere Entstehung von Arthrose zu vermeiden. Dazu ist es meistens notwendig, das Gelenk eine Zeitlang zu schonen. Hierzu eignen sich Bandagen und Orthesen, die besonders während einer Beanspruchung des Gelenks angelegt werden sollten. Wer sportlich aktiv ist, sollte sein Training reduzieren und anpassen, bis die Verletzung abgeheilt ist. Bis zum Abheilen sollten Sportarten vermieden werden, die das Gelenk übermäßig beanspruchen. Die Belastung der Gelenke im Alltag lässt sich zum einen durch Stützen mittels Bandagen und Orthesen reduzieren, zum anderen durch Erlernen von gelenkschonenden Bewegungsabläufen. Richtiges Heben und Tragen von Lasten oder richtiges Sitzen reduziert punktuelle Belastung der Gelenke und unterstützt die Heilung.

Was bedeutet eine Verletzung für die Funktion des Gelenks?

Auch geringfügige Gelenkverletzungen sollten ernstgenommen werden. Denn sobald eine Verletzung des Knorpels vorliegt, auch wenn diese vergleichsweise klein ist, wird der Druck innerhalb des Gelenks nicht mehr gleichmäßig verteilt. Schon leichte Schmerzen führen zu Ausgleichshaltungen und –bewegungen, um den Schmerz zu vermeiden. Diese Kompensation, welche die verletzte Stelle schützt, bewirkt wiederum eine vermehrte Belastung des restlichen Gelenks. Überbelastung, Fehlhaltung und beginnende Arthrose können die Folge sein. So kann zunächst relativ unbemerkt eine Überlastung von Teilen des Gelenks auftreten, wodurch sich eine Arthrose entwickeln kann.

Behandlung von Gelenkverletzungen

Verletzungen der Gelenke brauchen vor allem eines: Zeit. Trotzdem kann und sollte man die Heilung unterstützen, zum Beispiel durch eine schützende Bandage oder eine schmerzlindernde und entzündungshemmende Salbe. Ein bewährter pflanzlicher Wirkstoff bei Verletzungen ist Arnika. Arnikasalben eignen sich bei Verletzungen der Gelenke, blauen Flecken, Stauchungen und Zerrungen.

Arthrose und Sport

Plötzliche, punktuelle Belastungen sind wahres Gift für die Gelenke und können das Verletzungs- und damit Arthroserisiko deutlich erhöhen. Das beste Gegenmittel sind geschmeidige, bewegliche Gelenke und kräftige Muskeln, die das Gelenk zusätzlich stabilisieren und dadurch schützen. Jedoch eignen sich nicht alle Sportarten gleichermaßen gut, um Arthrose vorzubeugen. Einige Sportarten sind sehr belastend für die Gelenke. Dazu gehören beispielsweise Gewichtheben oder auch Ballsportarten wie Fußball, Tennis und Squash, die wegen der schnellen Drehungen und Änderungen der Laufrichtung, die diese Sportarten erfordern, eine hohe Belastung für Knie und Sprunggelenke darstellen. Auch Skifahren stellt eine hohe Belastung dar. Bei diesen beanspruchenden Sportarten ist es daher besonders wichtig, die Gelenke genügend aufzuwärmen und nicht kalt einer hohen Beanspruchung auszusetzen.

Gelenkschonende Sportarten:

Besonders gelenkschonend sind Sportarten, die die Kraft und Beweglichkeit der Muskeln und Gelenke verbessern, ohne sie dabei allzu hohen Belastungen auszusetzen. Dies sind die vier gelenkfreundlichsten Sportarten:

  1. Schwimmen: Durch den Auftrieb des Wassers wird das Körpergewicht stark verringert und die Gelenke können gleichzeitig entlastet und bewegt werden. Auch sind plötzliche, abrupte Bewegungen im Wasser nicht möglich, was wiederum Verletzungen durch Überdehnung vermeidet.
  2. Radfahren: Radfahren ist Gold für die Kniegelenke. Hier ruht das Körpergewicht nur wenig auf den Knien, diese werden aber im Wechsel gebeugt und gestreckt und müssen gerade beim Radfahren bergauf richtig Arbeit leisten. Das trainiert die Beinmuskulatur, was stabilisierend auf die Gelenke wirkt. Durch die intensive Bewegung werden die Gelenke mit reichlich Synovialflüssigkeit umspült und mit Nährstoffen versorgt.
  3. Yoga: Die sanften Bewegungsabläufe beim Yoga erhöhen die Beweglichkeit bei einem geringen Verletzungsrisiko für die Gelenke, wenn man es mit anderen Sportarten vergleicht. Yoga kräftigt außerdem die stützende Muskulatur, was wiederum die Gelenke schützt.
  4. Wandern: Ausgiebiges Wandern ist eine Wohltat für die Gelenke in den Beinen und Hüften.  Gehen und Laufen gehört zu den natürlichsten Bewegungsformen überhaupt und entspricht der natürlichen Aufgabe der Gelenke. Der Vorteil beim Wandern ist, dass im Gegensatz zum Laufen keine hohen Sprung- und Stoßkräfte auf die Gelenke einwirken.
Arthrose und Sport

Arthrofibrose

Unter Arthrofibrose versteht man eine schmerzhafte Gewebeveränderung im Gelenk, meistens im Kniegelenk, bei der es nach einer Knieoperation zu einer vermehrten Bildung von Bindegewebe kommt. Die Ursachen von Arthrofibrose sind nicht vollständig geklärt. Zu den Symptomen bei Arthrofibrose im Knie gehören Schwellung, Schmerz und Ergussbildung, die zu einer eingeschränkten Funktion des Gelenks führen. Zunächst stellen die meisten Patienten eine Schwellung und Wärme im Gelenk fest, zusammen mit einer schlechter werdenden Beweglichkeit. Bei fortschreitender Krankheit treten auch vermehrt Entzündungen und Schmerzen auf.

 Wenn Sie befürchten, dass sich bei Ihnen eine Arthrofibrose entwickelt oder es zu Arthrofibrose Knie Symptomen kommt, sollten Sie einen Facharzt für Arthrofibrose aufsuchen. In einem Arthrofibrose Knie Forum finden Sie Kontaktadressen von empfehlenswerten Fachärzten. Auch erhalten Sie im Arthrofibrose Forum weitere Behandlungstipps wie Arthrofibrose Homöopathie oder Ernährung bei Arthrofibrose.

Die Therapie einer Arthrofibrose besteht in Schonung des Gelenks zusammen mit einer medikamentösen Behandlung mit Schmerzmitteln und Entzündungshemmern. Oft wird auch Physiotherapie eingesetzt, um die Beweglichkeit des Gelenks gezielt zu vergrößern und angestaute Lymphflüssigkeit durch Lymphdrainage abzutransportieren. Wenn diese Maßnahmen nicht ausreichen, kann eine Arthroskopie durchgeführt werden. Dieser minimalinvasive Eingriff reicht in den meisten Fällen aus, um die Beweglichkeit des Gelenks wiederherzustellen. Wenn die Vernarbungen zu weit fortgeschritten sind, muss am offenen Gelenk operiert werden. Dabei wird auch der Sitz des Knieimplantats überprüft und gegebenenfalls korrigiert oder das Implantat gewechselt.



Arthrose der Fingergelenke

Arthrose in den Fingergelenken stellt eine besonders große Beeinträchtigung dar. Die Hände und Finger führen jeden Tag tausende Bewegungen aus. Im Alltag sind wir auf die Beweglichkeit und Fertigkeit unserer Hände angewiesen. Eine Einschränkung dieser Bewegungsfähigkeit durch Fingergelenksarthrose ist daher besonders schwerwiegend für die betroffenen. Frauen sind deutlich häufiger von Arthrose in den Fingern betroffen als Männer. Etwa 90 Prozent aller Personen, die unter einer Arthrose der Finger leiden, sind Frauen. Wenn mehrere Fingergelenke betroffen sind, spricht man von einer Polyarthrose der Fingergelenke.

Symptome der Fingerarthrose: Eine Fingerarthrose macht sich durch geschwollene Fingergelenke und Gelenkschmerzen in den Fingern bemerkbar. Die bei der Fingerarthrose auftretende Entzündung im Fingergelenk führt zu den geschwollenen Gelenken. Verdickte Fingergelenke werden zunehmend unbeweglicher und verursachen Schmerzen. Das Daumensattelgelenk ist besonders häufig von einer Fingergelenksarthrose betroffen. Beim Greifen und Tragen treten am Gelenk Schmerzen auf und die Kraft in der Hand nimmt deutlich ab. Wenn die Gelenkkapsel sich durch die Fingerarthrose verdickt, wird das Daumensattelgelenk instabiler, es kommt zu einer Subluxation oder Fehlstellung des Gelenks. Oft hört man bei der Bewegung auch Geräusche, wie etwa das typische Daumengelenk-Knacken. Die Bewegungseinschränkung macht sich auch bei Tätigkeiten wie Aufschrauben von Verschlüssen und allgemein beim Greifen und Halten von Gegenständen bemerkbar.

Arthrose der Fingergelenke

Wie kann man Fingergelenksarthrose vorbeugen?

Zur Vermeidung von Fingergelenksarthrose sollte man darauf achten, dass keine großen Kräfte auf die Knorpel einwirken und diese verletzen. Besonders im gestreckten Zustand ist der Knorpel verletzungsgefährdet. Um den Knorpel und die Gelenke zu pflegen, eignen sich regelmäßige Handbäder mit pflegenden Salzen. Diese lassen Entzündungen in den Gelenken abklingen. Bei schwerer Arbeit empfiehlt es sich, das Daumengelenk zusätzlich durch eine Manschette oder einen Tapeverband zu schützen und zu stabilisieren. Alltägliche Dinge wie Wäscheklammern können eine große Herausforderung für die Fingergelenke darstellen. Heute sind ergonomische Wäscheklammern erhältlich, die die Fingergelenke schonen.

Knieschmerzen und Kniearthrose

Im Kniegelenk tritt Arthrose besonders häufig auf und kann starke Schmerzen verursachen, welche die Bewegungsfähigkeit deutlich einschränken. Wenn ein Patient mit Knieschmerzen zum Arzt kommt und Hilfe bei Arthrose im Knie oder Schmerzen sucht, wird zunächst eine umfangreiche Diagnose durchgeführt. Schon die Art und Stelle der Schmerzen, kann dem Arzt Hinweise darauf geben, welche Ursache den Schmerzen zugrunde liegt. Der Arzt befragt den Patienten also, ob die Knieschmerzen vorne, hinten oder an der Seite auftreten, oder ob der Schmerz oberhalb des Knies ausstrahlt. Stechende Schmerzen im Knie können andere Ursachen haben als das Gefühl von Druck im Knie oder Knieschmerzen beim Beugen. Besonders häufig treten Knieschmerzen beim Anwinkeln des Beins auf.

Wichtig sind auch Informationen wie ob die Schmerzen dauerhaft bestehen bleiben oder ob sie nach ein wenig Bewegung verschwinden. Oft treten die Schmerzen bei bestimmten Bewegungen und Bewegungsabläufen auf. Wenn die Knie durch ungewohnte Belastung schmerzen, beispielsweise, wenn man eine neue Sportart beginnt, kann dies einfach an der neuen Anforderung liegen. Das Kniegelenk muss sich langsam an die neue Anforderung anpassen, Knorpel, Bänder und Bindegewebe müssen langsam gestärkt werden. Dazu ist angepasstes Training nötig. Wenn nach dem Laufen Schmerzen auftreten, ist es wichtig, dass die Schmerzen völlig abgeklungen sind, bevor erneut mit dem Training begonnen wird. Ansonsten kann es zu einer Überlastung des Gelenks kommen und Entzündungen können auftreten, die wiederum zu Knorpelschäden führen. So kann sich auch aus einer vergleichsweise geringen Belastung mit der Zeit eine Arthrose entwickeln. Um das Abklingen des Schmerzes zu fördern, kann wie weiter oben beschrieben die Anwendung von Wärme oder Kälte bei Knieschmerzen helfen. Schmerzen nach dem Laufen können andererseits bereits auf eine bestehende Verletzung hindeuten, wie eine Gelenksentzündung oder Knorpelschäden.

Weitere Ursachen für Schmerzen in den Füßen – Achillessehne und Fersensporn

Nicht nur das Sprunggelenk und die umgebenden Bänder und Sehnen können die Ursache für Fußschmerzen sein. Schmerzen im Fuß, im Fußrücken und in anderen Teilen des Fußes lassen sich auch oft auf Probleme mit der Achillessehne zurückführen. Am Ansatz der Achillessehne liegt der Fersensporn, eine knöcherner Zubildung an der Stelle, an der die Sehne ansetzt. Dieser kann zu starken Schmerzen in der Ferse führen.

Erkrankungen der Achillessehne – Achillodynie und Achillessehnenruptur

Wo liegt die Achillessehne?

Die Achillessehne befindet sich auf der Rückseite des Fußes. Sie verläuft von der Wadenmuskulatur bis zum hinteren Teil des Fersenbeins. Sie ist eine der stärksten Sehnen des Körpers und hat eine Länge von etwa 20 bis 25 Zentimeter.

Welche Funktion hat die Achillessehne?

Die Aufgabe der Achillessehne ist es, den Fuß beim Abfußen im Sprunggelenk zu beugen und beim Springen nach vorn zu schnellen. Die Kräfte, die während der Bewegung auf die Achillessehne einwirken, können bis zum Zehnfachen des Körpergewichts betragen.

Wie äußern sich Probleme mit der Achillessehne?

An der Achillessehne kann es durch falsche oder übermäßige Belastung oder durch Verletzungen zu einer Reizung der Sehne kommen. Diese Reizungen können entweder am Ansatz oder in der Mitte der Sehne auftreten werden zusammenfassend als Achillodynie, Entzündungen der Achillessehne, bezeichnet. Wird die Sehne überlastet oder falsch belastet, kann eine Reizung in verschiedenen Bereichen der Sehne auftreten, die sehr schmerzhaft sein können. Zunächst treten die Beschwerden bei einer Achillessehnenreizung nur nach dem Aufstehen oder während der ersten Schritte nach dem Loslaufen auf, in denen der Patient eine Steifigkeit und ein leichtes Schmerzgefühl verspürt. Später können stechende Schmerzen auftreten. 

Besonders häufig kommt es im unteren Bereich der Achillessehne zu Reizungen, wenige Zentimeter oberhalb von der Stelle, an der sie im Fersenbein angehaftet ist. Der Grund für diese Anfälligkeit ist, dass dies die am schlechtesten durchblutete Stelle der Achillessehne ist. Daher kann es an dieser Stelle am Ehesten zu einem teilweisen oder sogar vollständigen Riss (Ruptur) der Achillessehne kommen.

Die medizinische Diagnose der Achillodynie erfolgt durch klinische Methoden in Verbindung mit Ultraschalldiagnostik, um die genaue Lage und den Schweregrad der Reizung zu bestimmen. Wenn die Achillessehne schmerzt und die Schmerzen nach ein paar Tagen nicht von selbst abklingen, sollte man daher vom Arzt abklären lassen, ob eine Verletzung der Sehne vorliegt oder ob Ruhigstellung und Kühlung des Fußes als Behandlungsmaßnahmen genügen.

Ursachen von Achillodynie

Reizungen oder gar Risse der Achillessehne treten vor allem durch plötzliche starke Belastungen auf. Am Häufigsten passieren Rupturen der Achillessehne beim Sport, vor allem bei zu schneller Steigerung der Anforderung bei untrainierten Personen oder nach einer Trainingspause. Einige Sportarten bergen ein höheres Risiko für Verletzungen der Achillessehne als andere, dazu gehören alle Sportarten, bei denen schnelle Dehnungen, Sprints und Sprünge notwendig sind, wie beispielsweise Ballsportarten. Auch Tanzen und Langlauf kann die Achillessehne stark belasten, vor allem Laufen auf hartem Boden und in unpassenden Schuhen. Neben Sport gehören Übergewicht und Diabetes zu den Risikofaktoren für Verletzungen und Entzündungen der Achillessehne. Auch alte Verletzungen der Bänder in den Füßen und allgemeine Fehlstellungen der Füße belasten die Sehne einseitig und können Reizungen und Risse hervorrufen.

Symptome der Achillodynie

Die schwächste Stelle der Sehne, etwa 2 bis 3 cm oberhalb des Sehnenansatzes, ist meistens diejenige, an der die Überlastung als erstes auftritt. Bei einer Entzündung treten an dieser Stelle zunächst Schmerzen der Achillessehne auf, vor allem dann, wenn die Sehne gedehnt wird. Gedehnt wird die Sehne beim Heben der Zehen oder im Moment des Abdrückens des Fußes vom Boden. Auch beim Treppensteigen oder Autofahren können Schmerzen auftreten. Wenn die Symptome nicht behandelt werden, verstärken sie sich mit der Zeit und können längere Zeit zur Heilung benötigen oder im schlimmsten Fall zu einer Achillessehnenruptur führen.

Wird die Reizung der Achillessehne chronisch, treten die Schmerzen auch während der Bewegung auf und können sich währenddessen sogar verstärken. Viele Betroffene klagen über starke Schmerzen beim Treppensteigen.

Symptome einer Achillessehnenruptur

Ein Riss der Achillessehne passiert plötzlich und ist in vielen Fällen sogar hörbar. Wie ein Peitschenhieb klingt das Reißen der festen Sehne. Unmittelbar nach dem Riss tritt ein starker, stechender Schmerz in der Wade auf. In einigen Fällen kann man eine Schwellung auf der hinteren Seite des Sprunggelenks oder unterhalb der Wade tasten. An der betroffenen Stelle lässt sich häufig eine Delle oder Lücke tasten. Bei Druck auf die Sehne verspürt der Patient einen Druckschmerz. Reißt die Achillessehne ab, kann das Sprunggelenk nicht mehr gebeugt werden, weil der Wadenmuskel nicht mehr mit dem Fersenbein verbunden ist.

Therapie bei Achillodynie 

Wie bei allen Sehnenverletzungen ist auch bei Schmerzen und Verletzungen an der Achillessehne Ruhe das Wichtigste. Den Fuß ruhigzustellen und vorübergehend Belastung zu vermeiden, kann helfen, dass die Achillessehnenentzündung abklingt und die Sehne heilt. Physiotherapie und spezielle Einlagen in den Schuhen bewahrte Methoden für die Abheilung der Entzündung und den Schutz der Achillessehne.

Auch Fehlstellungen im Fußgelenk können zu Achillodynie führen. Hier gilt es, die Ursache zu beseitigen und die Fehlstellung durch bestimmte Einlagen oder Physiotherapie zu korrigieren. Eine häufige Ursache sind Senk- Spreizfüße, bei denen das Fußgewölbe kollabiert ist und der Fuß beim Abrollen nach außen abknicken kann. Dadurch entsteht eine falsche einseitige Belastung der Achillessehne. Durch Einlagen, die das Fußgewölbe stützen, kann dieses falsche Abknicken verhindert werden.

Bei einer akuten Achillodynie wird der Fuß mittels einer Schiene vorübergehend ruhiggestellt, damit die Entzündung abklingen kann. Diese Schiene sollte mindestens einen Monat und bis zu acht Wochen lang getragen werden.

Eine bedeutende Rolle bei der Behandlung von Achillodynie spielt Physiotherapie mit konsequenter Übung zu Hause, damit sich falsche Haltungen und Fehlstellungen zurückbilden.

Therapie bei Ruptur der Achillessehne 

Bei der Behandlung der Achillessehnenruptur können entweder eine konservative oder eine operative Behandlung erfolgen. Bei teilweisen Rupturen oder Vollrupturen, bei denen die beiden Stümpfe der Sehnen sich im Ruhezustand berühren, kann die Sehne auf natürliche Weise wieder zusammenwachsen. Um die Heilung zu unterstützen, werden Spezialschuhe oder Einlagen mit erhöhtem Fersenbereich verwendet.

Bei der operativen Behandlung werden die Sehnenenden miteinander vernäht und das Bein wird für etwa vier Wochen eingegipst. Danach kann die Sehne wieder belastet werden. In manchen Fällen wird für weitere zwei Wochen ein Unterschenkelgips angebracht. Reha-Maßnahmen nach der Operation begünstigen die vollständige Abheilung und Wiederherstellung der vollen Belastbarkeit der Achillessehne. Alternativ zum Gips kann auch bei einer Achillessehnenruptur eine Schiene verordnet werden.

Fersensporn

Unter einem Fersensporn versteht man eine Kalkablagerung am Sehnenansatz der Achillessehne am Fersenbein. Durch die Reibung an der Kalkablagerung bei Bewegung entzündet sich der Sehnenansatz und schmerzt. Schmerzen in der Ferse sind häufig auf einen Fersensporn zurückzuführen.

Nicht nur am Ansatz der Achillessehne kann ein Fersensporn entstehen, sondern auch am Ansatz der Plantarsehne. Diese Sehne verläuft an der Fußsohle bis zur Ferse und stabilisiert das Fußgewölbe. Ihr Ansatz befindet sich etwas unterhalb der Achillessehne. Wenn es am Ansatz dieser Sehne zu einem Fersensporn durch Kalkablagerungen kommt, spricht man von einem unteren Fersensporn. Die Entstehung eines unteren Fersensporns am Ansatz der Plantarsehne kommt sehr viel häufiger vor als ein Fersensporn an der Achillessehne.

Die Plantarsehne kann sich durch Reibung am Fersensporn entzünden, was sehr schmerzhaft ist. Diese Plantarsehnenentzündung ist unter dem Fachbegriff Plantarfaszitis bekannt.

Fersenspor Symptome: Ein Fersensporn verursacht nicht immer Schmerzen und Symptome. Oft sind die Kalkablagerungen auch lange Zeit symptomfrei. Kommt es zu Beschwerden, verspüren die Betroffenen oft einen stechenden Schmerz an der Ferse. 

Diagnostik des Fersensporns: Ein röntgenologischer Nachweis der Kalkablagerungen ist nicht ausreichend für die Diagnose. Zum einen verursachen die Kalkablagerungen nicht immer Beschwerden, zum anderen kommt es auch zu dem typischen Fersenschmerz, ohne dass eine sichtbare Kalkablagerung vorhanden ist.